Schulplanung steckt im Dilemma

Der Plan unsere weiterführenden Schulen in Zukunft vierzügig zu betreiben droht zu scheitern. Nach den aktuellen Zahlen ist sowohl an der Realschule, als auch am Gymnasium mit über hundert Anmeldungen zu rechnen. Das ermöglicht eine Vierzügigkeit an beiden Schulen.

Die Bezirksregierung stellt fest, dass die Gemeinde Steinhagen die Realschule nicht aus eigener Kraft mit vier Jahrgangszügen füllen kann. Das ist zunächst einmal richtig. Da die Steinhagener Realschule aber weit und breit die letzte ihrer Art ist, ist sie auch bei den Haller Kindern sehr beliebt. Daher kommt auch ungefähr eine komplette Klasse aus Halle. Eine Dreizügigkeit führt also zwangsläufig zu einem Losverfahren um die reduzierten Plätze. Eine Ablehnung von Steinhagener Kinder wäre also sehr wahrscheinlich, denn die Haller Kinder haben aber das gleiche Recht auf einen Platz an der Realschule wie die ortsansässigen Kinder. 
Das macht das Dilemma deutlich in dem wir stecken. Zum einen gibt es die Wahlfreiheit der Schulform und zum anderen wird die Zügigkeit nach der Zahl der ortsansässigen Kinder berechnet. Dieses Dilemma steckt im System und lässt sich so schnell nicht lösen.

Unsere Schulen haben sich einen sehr guten Ruf erarbeitet, und das wird auch bei unseren Nachbarkommunen wahrgenommen. 

Gleichzeitig akzeptieren offensichtlich weite Teile der Bevölkerung die neue Gesamtschule in Halle auch nach Jahren immer noch nicht. Dass die Haller Politik bemüht ist ihre Gesamtschule zu schützen, ist völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Aber Haller Probleme sollten zuerst in Halle gelöst werden. Die Verhinderung einer Vierzügigkeit in Steinhagen schafft vielleicht kurzfristig eine Entlastung, führt aber auf Dauer nicht zu mehr Akzeptanz der Haller Gesamtschule und geht zu Lasten der Steinhagener Familien.

Eine besser koordinierte Schulplanung im Nordkreis könnte allen Familien helfen die beste Schulform für die Kinder zu finden. Kirchturmsdenken bringt uns hier nicht weiter. 
In dieser speziellen Situation, sollte der Rat der Gemeinde Steinhagen die Verwaltung bitten, sich an das Land zu wenden um eine individuelle Lösung, auch in Absprache mit Halle zu finden.Für den Klimaschutz ist eine Beschulung möglichst vieler Kinder vor Ort auch sinnvoller und nachhaltiger, als der tägliche Transport in die Nachbarkommunen. Schülertransporte mit dem ÖPNV und Elterntaxis sind somit überflüssig.

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