Tempolimit auf der A33

Gründe, warum wir im Bauausschuss für die Resolution der SPD zum Thema Tempolimit auf der A33  gestimmt haben, und warum es uns schwer gefallen ist, dieser Resolution zuzustimmen.

Die SPD-Fraktionen aus Halle, Steinhagen und Borgholzhausen fordern eine Tempo-100-Begrenzung auf insgesamt 25 Kilometern Autobahnstrecke. Die Räte sollen beschließen, dass sich die Verwaltungen dafür bei StraßenNRW und dem Land einsetzt.

Darum haben wir für die Resolution gestimmt
Wir haben dieser Resolution zugestimmt, weil die Zielrichtung den Lärm zu reduzieren, richtig ist. Weil Zeichen gesetzt werden müssen! Weil klar sein muss, dass dieser Verkehrslärm auf Steinhagener Gebiet nicht hinnehmbar ist. Weil wir hoffen, dass eine Reduzierung auf Tempo 100 eine gefühlte Geräuschminderung (Dämpfung der Geräuschspitzen, weniger Knallgeräusche im Bereich der Brücken) mit sich bringt. Weil auch aussichtslose Kämpfe manchmal gewonnen werden!

Darum haben wir Bauchschmerzen mit dieser Resolution
Zunächst ist diese Resolution ein bisschen verwunderlich. Hat doch die SPD-Bürgermeisterin aus Halle unermüdlich „A33 jetzt sofort“ gefordert. Zudem hat die gesamte Bundestagsfraktion der SPD sich noch im vergangenen Oktober zusammen mit der CDU einem Antrag der GRÜNEN entgegengestellt, der endlich eine gesetzlich festgelegte Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf allen Autobahnen forderte.

Aber es ist natürlich unbestreitbar, dass der Lärm der A33 im ganzen Gemeindegebiet zu hören ist und an manchen Stellen ein unerträgliches Ausmaß angenommen hat.

Das Thema Lärm an der A33 hat uns in diesem Ausschuss schon oft beschäftigt. Im Oktober war Herr Brokopf von der Fa. AKKUS im Bauausschuss. Er erläuterte verschiedenste mögliche Varianten zur Lärmreduzierung. Er kam zu dem Schluss, dass erst eine Temporeduzierung auf 80 km/h auf der Autobahn zu einer hörbaren Lärmreduzierung um 4 dB(A) führt. 

Also scheint eine Tempobegrenzung auf 100 km/h wenig hilfreich.

Zudem hat diese Resolution kaum eine Aussicht auf Erfolg.  Die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Verkehrslärm werden in Steinhagen an keiner Stelle überschritten. Die Resolution weckt zudem die Hoffnung bei den lärmgeplagten Steinhagenerinnen und Steinhagenern, dass sich kurzfristig an der Lärmsituation etwas ändern könnte. 

Eine Verbesserung der Verkehrssituation ist aber ein langwieriger Prozess.

Die Senkung der Grenzwerte für Verkehrslärm muss auf Bundesebene diskutiert werden. Denn nur wenn sich die gesetzlichen Vorgaben ändern, muss sich der Lärmschutz entlang der (neuen) Autobahnen verbessern. Es wird eine Notwendigkeit sein, Fahrzeuge leiser zu machen (Rollgeräusche, Motorgeräusche usw.), was wieder den Anliegerinnen und Anliegern an bestehenden Autobahnen zu Gute kommt.

Was können wir jetzt schon tun?

Freiwillig Tempo 100!

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel